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Lerne aus den Erfahrungen erfolgreicher Microbusiness-Entrepreneure

Interview #10 Dein Experte für smarte Blog Businesses

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Foto: http://jachens.net/

Vladislav Melnik
  • Microbusiness: www.affenblog.de
  • Leistungen: Blog Business-Wissensvermittlung
  • Startkapital: 0,00 €
  • Gründungsjahr: 2012

 

 

Noch vor ein paar Jahren stellten Blogs lediglich private Online-Tagebücher dar, die zum Niederschreiben von persönlichen Gedanken und Erzählungen  dienten. Doch mittlerweile hat das Bloggen den Bereich der klassischen Freizeitbeschäftigungen verlassen. Es hat sich längst zu einem Werbekanal für eigene Produkte und Dienstleistungen entwickelt. Und somit zu einer realen und ernstzunehmenden Businessmöglichkeit. Erfolgreiche Blogs werden nach wie vor auf Basis der Interessen des jeweiligen Bloggers aufgebaut – wie zum Beispiel bei Carina, Feli und Tim. Daher ist ein Blog Business ein perfektes Beispiel für ein Microbusiness aus Leidenschaft. Im Mittelpunkt der Tätigkeit steht das, was den Blogger begeistert, gepaart mit dem Mehrwert für den Leser. Das Business drum herum ergibt sich (fast) von allein. Jedoch muss dieses, wie bei jedem anderen Unternehmen, strategisch aufgebaut und geführt werden. Dann hat man ein erfolgreiches Blog Business. Oder wie Vladi sagen würde: „ein smartes Business“.

Vladi ist begeisterter Unternehmer und wusste schon relativ bald nach seiner Ausbildung, dass er selbständig tätig sein möchte. Zunächst gestaltete er für seine Kunden Screendesigns. Später entdeckte er das Thema „Bloggen“ für sich und beschloss das Blogschreiben zu seiner Haupttätigkeit zu machen – so entstand der affenblog. Der Name ist Programm – er fordert den Status quo heraus, bleibt im Gedächtnis, klingt locker und verspricht gleichzeitig außergewöhnliche Inhalte. Vladi hat alles auf eine Karte gesetzt – eine Entscheidung, die er heute kritisch betrachtet. Doch er hat es geschafft – Vladi führt ein erfolgreiches Blog Business.

1. Vladi, was ist Dein Microbusiness? Worin genau besteht Deine Tätigkeit?

Ich betreibe ein Blog Business. Das heißt, dass im Zentrum meiner Aktivitäten ein Blog mit hochwertigen Inhalten steht. Da schreibe ich momentan zwei Artikel pro Woche, die mich im Schnitt 4-6 Stunden kosten. Steckt also wirklich Arbeit dahinter. Um den Blog herum biete ich mein affenbuch an. Es ist ein Kurs im E-Book-Format, das dem Leser den schnellsten Weg liefert, um auch ein Blog Business aufzubauen.

2. Du hast Dich bereits mit 21 Jahren, nach Abschluss Deiner Ausbildung bei der Sparkasse, selbständig gemacht. Erzähle uns mehr über die verschiedenen Stationen Deiner selbständigen Tätigkeit.

Klar, gerne. Zuerst habe ich mich mit der layout factory selbständig gemacht. Die Idee dahinter war es, dem Markt (hauptsächlich Agenturen) den reinen Designprozess zur Verfügung zu stellen. Ich habe also nur Screendesigns ohne Programmierung gemacht. Das hat auch Anklang gefunden, und ich habe ziemlich intensiv mit einer Agentur aus Österreich gearbeitet. Das lief sehr gut. Aber mit der Zeit habe ich gemerkt, dass mich das Designen nicht erfüllt. Im Herzen bin ich kein Designer, ich bin Unternehmer. Und da ich für meine Designtätigkeit Kunden brauchte (und die Kaltakquise hasste), bin ich auf das Thema Bloggen und vor allem Blog Business gestoßen. Überzeugt davon, habe ich alles auf eine Karte gesetzt und den affenblog gegründet.

3. Wann hast Du den Affenblog gestartet?

Den affenblog habe ich dann im Juni 2012 gestartet.

4. Wie viel Startkapital hast Du investiert?

Ganze 0€. Ich wollte es beweisen, es vorleben und später die Geschichte erzählen, dass man für ein Blog Business kein Startkapital braucht. Und jetzt kann ich die Geschichte endlich erzählen! 😉 Mittlerweile rollt der Rubel und ich investiere ordentlich ins Wachstum, damit der affenblog noch schneller wächst.

5. Wie ist die Idee für Dein (Blog-)Microbusiness entstanden?

Wie bereits gesagt, ich war auf der Suche nach Kundengewinnung übers Internet und bin dann auf das Thema gestoßen. Seit dem Tag, als ich Blogs für mich entdeckt habe, habe ich nicht aufgehört Blogartikel zu lesen. Es ist einfach so ein spannendes, modernes und vor allem nützliches Medium.

6. Die Affenblog-Leser bekommen Dein geballtes Wissen über Internet-Marketing präsentiert. Wenn Du angehenden Online-Entrepreneuren nur 3 Marketing-Tipps geben könntest, welche wären das?

Gerne doch! Zu aller erst wären das:

  • Starte einen Blog und veröffentliche regelmäßig hochwertige Inhalte (mit mind. 1.000 Wörter).
  • Fokussiere dich auf deine E-Mail-Liste. E-Mail-Marketing ist der Schlüssel zum Erfolg.
  • Kümmere dich gut um deinen Tribe (http://www.affenblog.de/warum-tribe-wichtig/). Löse deren Probleme und du wirst ihr Held.

7. Nach Deiner Ausbildung wäre eine Anstellung bei der Sparkasse oder ein anderer 9-to-5 Job sicherlich auch eine Option gewesen. Was hat dazu geführt, dass Du Dich letztendlich gegen ein Festangestelltenverhältnis entschieden hast und Kleinstunternehmer geworden bist?

Ich hatte schon nach 1-2 Jahren in der Ausbildung keine Lust mehr. Eine konservative Bank ist einfach nicht so meine Welt. Ich brauche Innovation, Schnelligkeit und Internet. Ich kann nicht ohne. Nach meiner Ausbildung habe ich noch ein halbes Jahrt dort weitergearbeitet und habe dann in den Sack gehauen.

8. Hast Du einen Businessplan geschrieben und wie bist Du dabei vorgegangen?

Bei der layout factory hatte ich einen Business Plan. Aber wenn ich ehrlich sein kann, das ist totaler Müll. So ein Business Plan ist viel zu bürokratisch und einfach Fernab der Realität. Ich musste mir dort zum Beispiel Zahlen ausdenken … und so was macht nie Sinn. Viel smarter ist es, ganz nach dem Lean-Startup-Prinzip (http://theleanstartup.com/) sofort an den Markt zu gehen, Feedback zu sammeln und dann das Geschäft zu verbessern. Und genau so bin ich mit dem affenblog vorgegangen.

9. Die Angst vor dem Scheitern und vor finanziellen Schwierigkeiten ist einer der Hauptgründe, warum wir in Deutschland eher gründungsscheu sind. Was waren Deine Argumente für die Selbständigkeit und wie gehst Du mit Existenzängsten um?

Ganz oder gar nicht. Das ist mein Motto. Manchmal stört das. Aber in den meisten Fällen bringt das was. Mit meinem jetzigen Wissen würde ich aber nicht mehr alles auf eine Karte setzen, sondern es nebenbei hochziehen. Grundsätzlich denke ich, dass man der Angst einfach keine Chance lassen darf. Richard Branson ist bei seinen Stunts mehrmals fast ums Leben gekommen – das ist Angst. Aber sich selbstständig zu machen, ist dagegen nicht sehr angsteinflößend. Dabei stirbt man schon nicht! 😉 Aber wenn ich hier wieter ausholen darf: Ich find’s schade, dass Deutschland so gründungsscheu ist. Der Amerikaner sagt einfach: „Hast du bock drauf? Dann mach“. Der Deutsche ist da eher etwas bedachter und risikoscheu. Das finde ich schade und wünsche mir mehr „Einfaches Machen“ in Deutschland. Aber ich denke, da muss man einfach mit gutem Beispiel voran gehen. Einige werden folgen. Und solange man nicht ein richtig ordentliches Vermögen hat (habe ich noch nicht), kämpft jeder Selbstständige mit Existenzängsten. Aber in diesem Fall stehe ich morgens einfach auf und mach einfach weiter.

10. Hast Du als Vorbereitung auf Deine Selbständigkeit Seminare, Beratungsangebote etc. in Anspruch genommen?

Ich habe mir einige E-Books und Kurse gekauft. Aber das habe ich jetzt nicht unbedingt für den Start gebraucht. Ein guter Freund von mir sagte immer: „Einfach machen“. Und das ist seit dem mein Motto. Ich mache einfach und lerne währenddessen. Ich habe einfach einen Blog gestartet und ihn erfolgreich gemacht. Ich habe einfach ein E-Book geschrieben … und letzten Monat über 100 Stück verkauft. Wissen ist viel wert. Aber Erfahrung noch viel mehr.

11. Überlässt Du die steuerrechtlichen Angelegenheiten Deines Microbusiness einem Steuerberater oder erledigst Du den kaufmännischen Teil weitestgehend selbst? Würdest Du die Betreuung durch ein Steuerbüro/einen Steuerberater für Microbusinesses empfehlen?

Ich mache momentan noch alles selber. Aber ich möchte in Zukunft einiges auslagern, dazu zählen auch die Steuergeschichten. Ich bin echt eine Null mit Zahlen! 😉

12. Welche persönlichen Erfahrungen und Fähigkeiten waren für den Aufbau Deines Microbusiness besonders hilfreich?

Da fällt mir zu aller erst mein Mindset ein. Ich hatte schon immer eine „Geht nicht, gibt’s nicht“-Einstellung. Das hat mir beim Starten sehr geholfen. Aber in den schweren Zeiten haben mir weitere Bücher über Persönlichkeitsentwicklung sehr geholfen. Die Gedankengänge eines Unternehmers sind wichtig fürs Unternehmen. Ansonsten natürlich das Design und das Programmieren. Ich bin generell technisch relativ fit und kann eine Menge selber machen. Das ist praktisch und ganz gut für den Anfang. Aber wie gesagt, ich Zukunft möchte ich viel abgeben.

13. Wer gehört zu Deiner Zielgruppe und wie erreichst Du Deine Kunden?

Meine Zielgruppe sind smarte Blogger, die es ernst meinen. Ich erreiche sie hauptsächlich über hochwertige Artikel und über einige Facebook-Anzeigen.

14. Welche (Internet-)Tools findest Du bei Deiner täglichen Arbeit hilfreich?

Puh … dann lass mich mal auflisten:

  • Writemonkey
  • Simplenote
  • Google Drive
  • Feedbin
  • Klick Tipp
  • Visual Website Optimizer
  • Pocket

Das war’s so ziemlich.

15. Sind Dir zu Beginn Deiner Selbständigkeit auch Fehler unterlaufen? Welche waren das und was hast Du daraus gelernt?

Ja klar. Ich habe alles auf eine Karte gesetzt. Das würde ich niemandem raten, weil es wirklich die Hölle war. Ein weiterer Punkt, der mir einfällt, ich habe viel zu spät ein Produkt (mein affenbuch) gelauncht. Deshalb rate ich jetzt jedem, so schnell wie möglich ein Produkt zu erstellen. Mag es auch noch so klein sein. Denn auch wenn du 50€ im Monat mit deinem eigenen Produkt verdienst, dann ist das kein Hobby, sondern ein Business, dass nur noch skaliert werden muss.

16. Was schätzt Du besonders an dem Lifestyle als Selbständiger?

Ich find es immer ein bisschen lustig: So einen besonderen Lifestyle habe ich gar nicht. Ich arbeite im Homeoffice und habe relativ feste Arbeitszeiten. Also morgens ab ins Büro, arbeiten … und abends raus aus dem Büro. Was ich aber besonders schätze, ist die Freiheit. Ich kann morgens später anfangen. Abends früher Schluss machen. Oder einen kompletten Tag frei nehmen. In ferner Zukunft möchte ich das noch mehr Ausnutzen. Aber momentan bin ich ganz zufrieden und habe dafür eh keinen Kopf.

17. Gibt es auch negative Seiten an Deinem Microbusiness?

Hm … eigentlich gar keine :). Es ist halt, wie jedes andere Business auch, mit Risiko verbunden. Aber das Thema Risiko hatten wir ja schon.

18. Welche Zukunftspläne hast Du für Dein Microbusiness?

Oh, da gibt es eine ganze Menge! Zu aller erst kommen zwei weitere größere digitale Produkte und ein Tool dazu. Die anderen Ideen sind noch nicht so konkret. Aber ich habe noch so einiges im Petto! 🙂

19. Haben sich Deine Erwartungen bezüglich der Einnahmen aus Deinem Microbusiness erfüllt?

Ja, schon. Ich habe immer hohe Ansprüche an mich und bin noch nicht 100%-ig zufrieden. Aber das ist so eine Ego-Kiste. Was mich sonst erstaunt hat, ist das schnelle Wachstum. Mit einem Blog Business kann es sein, dass sich dein Umsatz von dem einen Monat auf den anderen Monat verdoppelt. Das ist echt affengeil.

20. Würdest Du Dich heute noch einmal so entscheiden – Dich selbständig zu machen? Würdest Du dabei den gleichen Weg gehen oder würdest Du etwas anders anpacken?

Jep. Für mich gibt es einfach keinen anderen Weg. Ich bin Unternehmer mit Herz. Aber wie gesagt, ich würde nie, nie, nie wieder alles auf eine Karte setzen. Lieber ein Jahr länger in einem 9-to-5-Job festhängen, aber dafür weniger Stress und weniger schlaflose Nächte.

21. Was ist Dein Tipp für Menschen, die ebenfalls ein Microbusiness aufbauen wollen?

Einfach machen.

 

Herzlichen Dank, Vladi!

 

Hast Du noch weitere Fragen? Dann hinterlasse einen Kommentar.

5 Comments

  1. Starkes Interview und spannender Weg, den du hinter dir hast, Vladi!

  2. Ein tolles informatives und interessantes Interview!
    Vielen Dank dafür.

    Greetings & Love & a wonderful weekend
    Ines

    • Vasilena

      24. November 2014 at 07:37

      Hi,

      vielen Dank für Dein Feedback! Weitere interessante Interviews folgen!:-)

      Liebe Grüße,
      Vasilena

  3. Ja das war ganz spannend zu lesen. Für mich ist Vladi eine Ausnahme-Erscheinung.

    • Vasilena

      24. November 2014 at 07:36

      Hallo Kerstin,

      vielen Dank für Deine Rückmeldung!
      Ich glaube auch, dass wir noch mehr Vorbilder wie Vladi brauchen, die uns zeigen, dass man den Weg als Entrepreneur meistern kann, auch wenn er zum Teil schwierig ist.

      Liebe Grüße,
      Vasilena

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