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Lerne aus den Erfahrungen erfolgreicher Microbusiness-Entrepreneure

Interview #13 Die Expertin für Coaching-Produkte

http://coachingprodukte-entwickeln.de/ueber-mich/

Foto: Marit Alke

Marit Alke
  • Microbusiness: coachingprodukte-entwickeln.de
  • Leistungen: Online-Kurse, Webinare, Beratung zum Thema „Entwicklung von Coachingprodukten“
  • Startkapital: kein extra Kapital
  • Gründungsjahr: Anfang 2013 Start des Blogs und Online-Business

 

Du weißt bereits, dass Du Dich als Berater, Coach oder Trainer selbständig machen möchtest. Du hast Deine Leidenschaft darin entdeckt, anderen Menschen Dein Wissen und Deine Erfahrungen weiterzugeben. Doch spätestens an dem Punkt, an dem Du die Preise für Deine Leistungen kalkulierst, fragst Du Dich wie Du in ca. 20 Arbeitstagen einen monatlichen Umsatz erwirtschaften sollst, der nicht nur Deine Ausgaben deckt, sondern auch für ein „normales“ Einkommen sorgt. Du kommst zum logischen Schluss, dass Du einen um einiges höheren Stundensatz verlangen musst als diesen, der Dir Dein Arbeitgeber gezahlt hat. Oder Du findest Dich damit ab, dass Du die Anzahl der produktiven Stunden erhöhen musst. Oder aber Du stellst ernüchtert fest, dass das mit der Selbständigkeit doch keine gute Idee ist. Doch es gibt noch eine andere Alternative: Du verpackst Dein Wissen in ein Produkt und kannst es unabhängig von Deiner Person verbreiten und damit Geld verdienen.

Dieses Thema – wie Du ein Coachingprodukt entwickelst – ist Marits Spezialgebiet. Sie war selbst lange Zeit als Schulungsententwicklerin für große Organisationen tätig und entdeckte im Laufe ihrer selbständigen Tätigkeit als Beraterin, welche anderen Möglichkeiten es für Trainer gibt, ihr Wissen zu vermarkten. Marit gibt in verschiedenen Online-Kursen ihr Expertenwissen weiter, das sie bei zahlreichen Blended-Learning-Projekten gesammelt hat . Sie bringt Dir bei, wie Du das Konzept für Dein Coachingprogramm Schritt für Schritt entwickelst, es umsetzt und anschließend das fertige Produkt launchst. Somit eröffnet sie Dir eine ganz neue Perspektive, wie Du das „Zeit-gegen-Geld“-Dilemma lösen kannst.  In diesem Interview erfährst Du mehr über ihren Weg in die Selbständigkeit und welche drei Schritte zu Beginn eines (Online-)Business wichtig sind.

1.Marit, was ist Dein Microbusiness? Worin genau besteht Deine Tätigkeit?

Ich helfe Coaches, Trainern, Beratern und anderen, die der Welt wertvolles Wissen zu geben haben dabei, aus ihrem Wissen Onlinekurse und Coachingprogramme zu machen – und damit ihr Business “skalierbar” also wachstumsfähig zu machen.
Das tue ich in meinem großen Flagschiffprogramm “mein-erstes-Coachingprogramm.de” und in weiteren Kursen. Einzelberatung verkaufe ich nur sehr selten.

2. Wann hast Du Dich selbständig gemacht und Dein Microbusiness gegründet?

Schwer zu sagen, weil sich das fließend entwickelt hat. Selbständig gemacht habe ich mich mit der Geburt meines ersten Sohnes und dem Schreiben meines Fachbuchs “Praxistransfer inklusive”. Dann war ich eine Weile hin und wieder als gut bezahlter Berater für Unternehmen tätig, denen ich dabei geholfen habe, aus Präsenztrainings Blended-Learning-Prozesse zu machen.
Nach der Geburt meines zweiten Sohnes (2010) habe ich dann nach einem anderen Geschäftsmodell gesucht. Nachdem ich ganz viel beobachtet und an Wissen in mich aufgesogen habe, bin ich dann Anfang 2013 mit meinem Blog gestartet – und ab da dann quasi mein “Online-Business” gestartet.

3. Wie viel Startkapital hast Du investiert?

Keines, wenn man mal den entgangenen Gewinn und die Kindererziehungskosten während der Schreibphase meines Buches nicht mitrechnet. Ab der Veröffentlichung habe ich damit Aufträge gewonnen und erst dann wieder investiert, z.B. in ein Webdesign.

4. Du warst früher für große Unternehmen wie z.B. Bayer tätig. Wie unterscheiden sich die Rahmenbedingungen Deiner früheren Mitarbeit bei Unternehmen und Deines Business heute?

Sehr stark! Bei Bayer war ich als externer Consultant tätig und habe jeden Tag in der Woche auf dem Bayer-Werksgelände im Team an und in diesem Blended-Learning Führungskräfte-Programm gearbeitet. Heute arbeite ich von zuhause mit dem Blick ins Grüne und mit meinem ganz eigenen Zeitplan. Unterschiedlicher geht’s kaum.
Was gleich geblieben ist, ist, dass ich Menschen “über das Internet” bei ihrer Weiterentwicklung unterstütze – und das unglaublich erfüllend finde.

5. Was hat dazu geführt, dass Du Dich letztendlich gegen ein Festangestelltenverhältnis entschieden hast und Kleinstunternehmerin geworden bist?

Ich war mental nie angestellt. Auch wenn ich während der drei Jahre, in denen ich für Bayer gearbeitet hab, einen Festanstellung-Vertrag hatte – bezahlt wurde ich flexibel nach Stunden. Schon während meiner Ausbildung in einem großen Hamburger Verlag hatte ich entschieden: Die Welt der großen Unternehmen ist nicht meine!

6. Hast Du einen Businessplan geschrieben und wie bist Du dabei vorgegangen?

Nein. Den kann ich auch tatsächlich erst heute einigermaßen seriös schreiben, zunindest den Zahlen-Part davon, weil ich erst heute mein Geschäftsmodell so richtig verstehe. Ich weiß heute, was ich realistisch mit welchem Aufwand verdienen kann, wieviele Teilnehmer ich mit welchen Marketing-Aktionen gewinnen kann, usw. Das hätte ich beim Start alles überhaupt nicht gewusst und insofern wäre ein Businessplan einfach nur ein Ratespiel gewesen.

Ich würde davon auch jedem Gründer abraten. Ins Tun kommen ist einfach so unglaublich wichtig, Erfahrungen sammeln, mit Menschen sprechen, verstehen, wie die Dinge funktioneren – das ist viel wichtiger als schon vor dem ersten Schritt zu wissen, wo man in 5 Jahren stehen will.

7. Welche Seminare, Beratungsangebote, Coachingprogramme etc. hast Du beim Aufbau Deines Microbusiness in Anspruch genommen?

Keines. Ich bin Autodidakt und mir reichen die kostenlosen Infos der Menschen, von denen ich gelernt habe.

8. Überlässt Du die steuerrechtlichen Angelegenheiten Deines Microbusiness einem Steuerberater oder erledigst Du den kaufmännischen Teil weitestgehend selbst? Würdest Du die Betreuung durch ein Steuerbüro/einen Steuerberater für Microbusinesses empfehlen?

Erledige ich selbst.

9. Auf Deinem Blog coachingprodukte-entwickeln.de finden Coaches, Berater und Trainer ausführliche Informationen darüber, wie sie Ihr Know-How über das Internet vermarkten können. Kannst Du uns ein paar Beispiele aus Deiner Praxis nennen wie diese Vermarktung umgesetzt wurde?

Eigentlich ist das fast immer in Form von eigenen Onlinekursen oder Online-Coachingprogrammen. Auf der Seite www.coachingprodukte-entwickeln.de/gute-beispiele sind viele meiner Leser und Teilnehmer dabei.

10. Welche (Internet-)Tools findest Du bei Deiner täglichen Arbeit hilfreich?

WordPress für meine Webseiten, diverse Plugins für WordPress (Digimember, Optimizepress), Digistore24 für die Zahlungsabwicklung, Facebook für den Aufbau der Sichtbarkeit und Community, Google Docs für das gemeinsame Arbeiten an Projekten, Clickmeeting für Webinare und Online-Meetings.

11. Als Selbständige erlebst Du in Deinem Business-Alltag sicherlich viele Höhen, aber auch Tiefen. Was gehört zu den negativen Seiten Deines Microbusiness?

Es ist viel Disziplin nötig in einem Business zu arbeiten, in dem es keine von außen vorgegebenen Termine gibt! Das ist die Kehrseite der Medaille, der Freiheit, die ich mir geschaffen habe. Oft gibt es Tage, an denen ich nicht zufrieden damit bin, wieviel und was ich geschafft habe.

12. Haben sich Deine Erwartungen bezüglich der Einnahmen aus Deinem Microbusiness erfüllt?

Ich hatte keine Erwartungen, aber ja, ich bin zufrieden. Schon im zweiten Jahr nach Start meines Blogs hatte ich mit einem Teilzeitaufwand (kleine Kinder, Ferien… ) einen Gewinn in Höhe eines normalen Teilzeiteinkommens. Jetzt lässt sich mein Einkommen mit relativ geringem Mehraufwand noch weiter steigern, weil ja immer mehr Kurse bzw. Kurs-Materialien fertig sind und einfach “nur noch” vermarktet und durchgeführt werden müssen.

13. Was würdest Du anderen empfehlen, die ebenfalls ein Microbusiness aufbauen wollen?

Geh’ in drei Phasen vor (gilt für den Aufbau eines Online-Unternehmens):
1. Sauge alles auf, was es an Infos so gibt zu dem Bereich, der dich interessiert, lerne zu verstehen, wie Leute im Internet Geld verdienen und bleib’ dabei ganz bei dir und frage dich, was davon zu dir passt. Höre Podcasts, auch amerikanische (wie z.B. New Business Podcast von Chris Ducker), lese Blogs, gehe zu Webinaren. Mach’ dir immer deine Notizen.
2. Stecke das Feld ab, in dem du dich thematisch bewegen möchtest. Da gibt es aufgrund von Vorerfahrungen, Qualifikationen, Interessen bestimmt einen Schwerpunkt. Starte selbst einen Blog und/oder mache dich auf einem Social Media Netzwerk dafür bekannt, in dem du passende Dinge postest.
3. Überlege dir, wie du relativ schnell in diesem Bereich zu Geld kommst – meist sind das Einzel-Aufträge. Das ist dein Start-Geschäftsmodell, das nur erstmal dazu dient, die Kunden kennenzulernen und Erfahrungen zu sammeln (und Geld zu verdienen). Später, nach spätestens einem Jahr wirst du andere Möglichkeiten sehen, Geld zu verdienen in diesem Themenbereich – z.B. mit eigenen Onlinekursen :o)
Also, nix mit Planen! Zentral ist wirklich das Sichtbarwerden im Netz und/oder entsprechend der Aufbau eines tragfähigen Netzwerks. Wenn das einmal steht, hast du eine gute Basis, um deine verschiedenen Angebote zu platzieren.

Herzlichen Dank, Marit!:-)

Hast Du noch weitere Fragen an Marit, dann hinterlasse einen Kommentar.

2 Comments

  1. Hallo Vasilena,

    danke für das schöne Interview! Und hier sind ja noch viele weitere spannende Stories auf deiner Seite, echt klasse.

    Herzliche Grüße
    Marit

    • Vasilena

      18. Juni 2015 at 10:31

      Hallo Marit,

      vielen Dank für Deine Rückmeldung.:-) Ich bin unermüdlich und stets mit großer Begeisterung auf der Suche nach spannenden und inspierierenden Geschichten wie Deine. 🙂

      Liebe Grüße,
      Vasilena

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