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Stephan Wießler
  • Microbusiness: www.stephanwiessler.de
  • Leistungen: Blogging, Coaching und Seminare zum Thema Selbstvertrauen
  • Startkapital für Flyer und Visitenkarten sowie 130€/Monat für Seminarräume
  • Gründungsjahr: 2011

Das Vertrauen in sich selbst und in die eigene Business-Idee ist eine der Grundvoraussetzungen für den Aufbau eines Businesses. Ein Thema, das alle beschäftigt. So auch Stephan. Nach einer nicht erfüllenden Festanstellung hat er beschlossen beruflich keine Kompromisse mehr einzugehen und eine Tätikeit um die eigenen Interessen herum aufzubauen. Schon am Anfang seiner Selbständigkeit standen Coachings im Mittelpunkt, jedoch wurde der Schwerpunkt „Selbstvertrauen“ erst später gesetzt. Stephan zeigt uns, dass das eigene Business kein Ziel, sondern ein Weg ist. „Trial and Error“ ist die Formel zum Erfolg, den jeder für sich definieren muss. Vor allem geht es aber darum einfach zu starten. Sich von den Erfolgen inspirieren zu lassen und aus Fehlern zu lernen – Stephan erzählt wie er die Höhen und Tiefen seines Businesses erlebt, ohne jedoch sein langfristiges Ziel aus den Augen zu verlieren – nie wieder für jemand anderen als für sich selbst zu arbeiten.

Stephan, was ist Dein Microbusiness? Worin genau besteht Deine Tätigkeit?

Ich habe einen Blog zum Thema Selbstvertrauen aufgebaut. Ich biete dazu Seminare, persönliche Coachings, Videokurse und Ratgeber an.

Wann hast Du Dich selbständig gemacht und Dein Microbusiness gegründet?

Selbständig bin ich seit Ende 2011. Das Business in der jetzigen Form besteht seit etwa einem Jahr. Vorher musste ich noch genau meine Nische finden.

Wie viel Startkapital hast Du investiert?

Also in das Business an sich habe ich nicht viel Geld investiert. Ich habe gelernt, eine eigene Homepage aufzusetzen (ich hatte noch null Erfahrung damit). Zu Beginn habe ich noch Flyer und Visitenkarten drucken lassen und ein Büro/Coachingräume angemietet (einen Tag die Woche für 130 € im Monat).

Wie ist die Idee für Dein Microbusiness entstanden?

Das war einfach 🙂 Ich wollte einfach nur das beruflich machen, was mich schon immer persönlich interessiert hat. Und ich habe mich schon sehr lange mit meinem eigenen Selbstvertrauen, mit Persönlichkeitsentwicklung und Psycholgie beschäftigt.

Hast Du einen Businessplan geschrieben und wie bist Du dabei vorgegangen?

Ich musste einen schreiben für die Argentur für Arbeit. Ich habe mir damals den Gründungszuschuss organisiert und dafür brauchte ich einen. Wie bin ich damals vorgegangen: Ich habe mir einen anderen Businessplan angeschaut und meinen ohne viel Recherche zusammengebastelt. Dann habe ich mir die günstigste Möglichkeit gesucht, um den absegnen zu lassen. Das war quasi ein Tausch 40 € gegen einen Stempel und habe den Plan dann eingereicht. Der Plan war vollkommener Mist und absolut realitätsfern.

Warst Du vor Deiner Selbständigkeit festangestellt? Was hat dazu geführt, dass Du Dich letztendlich gegen ein Festangestelltenverhältnis entschieden hast und Kleinstunternehmer geworden bist?

Ja, ich war festangestellt. Und zwar 14 Monate lang. Ich habe diesesn Job so gehasst, dass ich sowieso keine andere Wahl hatte, als ihn hinzuschmeißen. Das hätte ich niemals länger machen können. Und dann habe ich entschieden, etwas beruflich aufzubauen, was mir auch wirklich Spaß macht.

Die Entscheidung einen vermeintlich sicheren Job aufzugeben, um sich selbständig zu machen, fällt den meisten Menschen schwer. Die Angst vor dem Scheitern und vor finanziellen Schwierigkeiten ist einer der Hauptgründe, warum wir in Deutschland eher gründungsscheu sind. Wie verlief bei Dir der Entscheidungsprozess und wie gehst Du mit Existenzängsten um?

Ich hatte auch heftige Existenzängste. Und dadurch, dass ich diese durchlebt habe, konnte ich sie loslassen. Ich habe gelernt, dass es immer eine Möglichkeit gibt. Zu Beginn lief mein Business nicht so, dass ich davon hätte leben können. Und als dann auch der Gründungszuschuss auslief, habe ich mir noch andere EInnahmequellen organisiert. Ich habe dann zeitweise Bewerbungstrainings für Langzeitarbeitslose gegeben. Das hat mir Geld gebracht und ich konnte sehr gut üben vor Gruppen zu stehen, was ich für meine eigenen Seminare gut gebrauchen konnte.

Du hast ein wirtschaftswissenschaftliches Studium absolviert. Hast Du darüber hinaus als Vorbereitung auf Deine Selbständigkeit Seminare, Beratungsangebote etc. in Anspruch genommen?

Ja, ich habe ein wirtschaftliches Studium absloviert. Und was ich dort gelernt habe, konnte ich genau gar nicht für meine Selbständigkeit gebrauchen. Da war wirklich nichts dabei, was für so eine reale Erfahrung sinnvoll gewesen wäre. Und ich habe auch nichts anderes in Anspruch genommen. Es war learning by doing und viele Gespräche mit Freunden, die schon den Weg in die Selbständigkeit gengangen waren.

Überlässt Du die steuerrechtlichen Angelegenheiten Deines Microbusinesses einem Steuerberater oder erledigst Du den kaufmännischen Teil weitestgehend selbst? Würdest Du die Betreuung durch ein Steuerbüro/einen Steuerberater für Microbusinesses empfehlen?

Ja, ich habe eine Steuerberaterin. Und das liegt nur daran, dass ich absolut keine Lust habe, mich darum zu kümmern. Wenn ich mich dort einarbeiten würde, würde ich es sicher alleine hinbekommen.

Welche Erfahrungen und Fähigkeiten waren für den Aufbau Deines Microbusiness besonders hilfreich?

Hmm. Homepage bauen habe ich durch ausprobieren gelernt. Die Inhalte meiner Produkte und Leistungen entspringen mehrerer Aus- und Weiterbildungen und vielen eigenen Erfahrungen. Nach meiner Erfahrung lernt man durch zwei Dinge am meisten: Selbst ausprobieren und Menschen fragen, die den Weg schon gegangen sind.

Wie erreichst Du Deine Kunden und wie verläuft der Beratungsprozess?

Meine Kunden erreiche ich zu 90% über das Internet. Ich habe auch schon Vorträge auf diversen Veranstaltungen gehalten, habe aber für mich festgestellt, dass ich die Akquise am liebsten online mache. Ich beschäftige mich viel mit SEO, werde also bei Google ganz gut gefunden. Da kommen die Kunden her. Die Coachings verlaufen meistens über Skype, was sehr gut funktioniert.

Selbstvertrauen ist eine wichtige Voraussetzung, um ein eigenes Business zu gründen. Gehören daher auch angehende Selbständige zu Deinen Kunden?

Ja das auch. Es kommen unterschiedlichste Menschen zu mir. Aber die berufliche Situation spielt sehr oft ein Rolle. Und es gibt einige, die ich bei der Gründung unterstützt habe oder bei den ersten Schritten begleitet habe.

Welche (Internet-)Tools findest Du bei Deiner täglichen Arbeit hilfreich?

Vor allem Google Analytics und Adwords. Sonst verwende ich eigentlich nichts.

Sind Dir zu Beginn Deiner Selbständigkeit auch Fehler unterlaufen? Welche waren das und was hast Du daraus gelernt?

Haha. Und wie! Die Flyer zu Beginn zum Beispiel. Damals war mein Coaching noch nicht auf Selbstvertrauen spezialisiert. Ich bin dann ca. 100 Apotheken in Berlin zweimal abgelaufen, um dort meine Flyer zu hinterlassen. Das war Teil des Businessplans. Und das war ein großer Aufwand mit sehr wenig Ertrag (es kamen nur wenige Kunden über die Flyer).
Was ich noch gelernt habe, ist mit Geld umzugehen. Das konnte ich nie. Und als ich dann gesehen habe, dass ich jeden Monat mehr ausgebe, als einnehme, musste ich erst mal lernen, meine Kosten zu reduzieren. Das war sehr schwer für mich, da ich mit Geld einfach nicht umgehen konnte. Aber das war eine sehr wichtige Lernerfahrung.

Wie hat sich Dein Leben verändert, seitdem Du Dich selbständig gemacht hast?

Ich fühle mich seitdem freier als jemals zuvor. Ich kann tun und lassen was ich will. Das ist schon sehr viel wert. Das große Geld ist bisher nicht dabei herausgekommen, aber ich kann von meinem Business leben. Und im Urlaub zu sitzen und sich schon wieder auf die Arbeit zu freuen, ich glaube das können nicht viele von sich behaupten. Ich werde nie wieder irgendwo angestellt sein.

Wie hat sich Dein Microbusiness im Laufe der Zeit weiterentwickelt?

Es hat wirklich eine Zeit gebraucht, bis ich „meine“ Nische gefunden hatte. Also wirklich das, was ich am besten geben kann und will. Und seitdem ich das gefunden habe, geht es immer weiter bergauf. Zu Beginn hatte ich noch nicht den Gedanken, im Online-Marketing tätig zu werden. Und das ist mittlerweile eine wichtige Säule geworden und macht mir auch eine Menge Spaß.

Als selbständiger Coach erlebst Du in Deinem Business-Alltag sicherlich viele Höhen, aber auch Tiefen. Was gehört zu den negativen Seiten Deines Microbusinesses?

Die negativen Seiten waren ganz klar die finanziellen Engpässe, die ich durchstehen musste. Das war schon nicht immer einfach. Ansonsten ist mir auch schon passiert, dass ich zu wenig Anmeldungen für mein Seminar hatte. Das musste ich dann absagen. Das war auch nicht so schön. Aber so schlimm auch wieder nicht.

Haben sich Deine Erwartungen bezüglich der Einnahmen aus Deinem Microbusiness erfüllt?

Ja und nein. Es ging alles viel langsamer, als ich wollte. Aber es ging stetig bergauf. Und das war immer wichtig: Auch in schlechten Zeiten zu sehen, dass alles trotzdem weiter nach oben geht.

Würdest Du Dich heute noch einmal so entscheiden – Dich selbständig zu machen? Würdest Du dabei den gleichen Weg gehen oder würdest Du etwas anders anpacken?

Ja, ja und nein. Ich liebe, was ich tue und würde es gegen nichts eintauschen.

Was ist Dein Tipp für Menschen, die ebenfalls ein Microbusiness aufbauen wollen?

Machen, machen, machen!

 

Herzlichen Dank, Stephan!

 

Hast Du noch weitere Fragen an Stephan? Dann hinterlasse einen Kommentar.