microbusiness hero

Lerne aus den Erfahrungen erfolgreicher Microbusiness-Entrepreneure

Interview #9 Der Zen-Master für Deine Finanzen

Foto: Claudia Zurlo Photography http://claudia-zurlo.de/

Foto: Claudia Zurlo Photography
http://claudia-zurlo.de/

Dr. Holger Grethe
  • Microbusiness: www.zendepot.de
  • Leistungen: Finanz-Coaching, Finanz-Teaching für Privatpersonen und Selbständige
  • Startkapital: 2.500 €
  • Gründungsjahr: 2013

 

 

 

Kennst Du Dich mit dem Thema „Finanzen“ aus? Welche Schritte hast Du bereits unternommen, um Deine Zukunft in finanzieller Sicht zu sichern? Oder verlässt Du Dich dabei auf die freundlichen Berater Deiner Hausbank, die „das passende Produkt“ aus der Tasche ziehen? Und was ist, wenn wieder eine Finanzkrise kommt? Fragen über Fragen, die uns alle betreffen und dennoch zumeist mit einem Seufzen gedanklich auf „später“ verschoben werden. Denn alles scheint so kompliziert. Dabei vergessen wir eine wichtige Tatsache – wir sind selbst für die eigene finanzielle Absicherung verantwortlich. Das hat Holger auch für sich erkannt und den Blog zendepot.de gestartet.

Holger lebt und arbeitet als Finanzcoach in Düsseldorf. Er bloggt und podcastet über private Finanzen und unterstützt Menschen dabei, erfolgreich Vermögen in Eigenregie zu bilden. Mit seiner unkonventionellen Art, Finanzthemen verständlich und unterhaltsam aufzubereiten, hat er sich auf  eine stetig wachsende Leser- und Hörerschaft erarbeitet, die seine Inhalte begeistert verfolgt. Mittelrweile hat sich der freiberufliche Arzt als ein echter Finan(Zen)-Master etabliert. Eine spannende Geschichte!

Holger, reden wir über Finanzen! Wie viel Startkapital hast Du in  zendepot.de investiert?

Ich habe etwa 2.500 € investiert, bevor der erste Euro mit zendepot verdient wurde.

Hast Du einen Businessplan geschrieben und wie bist Du dabei vorgegangen?

Nein, einen Businessplan braucht aus meiner Sicht nur jemand, der an Fremdkapital kommen möchte. Das Schöne an einem Online-Business ist ja, dass man kaum Startkapital dafür braucht.

Warst Du vor Deiner Selbständigkeit festangestellt? Was hat dazu geführt, dass Du Dich letztendlich gegen ein Festangestelltenverhältnis entschieden hast und Kleinstunternehmer geworden bist?

Ich war als Arzt angestellt, bevor ich mich 2009 selbständig gemacht habe. Ich habe aber gemerkt, dass ich am liebsten unternehmerisch tätig sein will. Mit allen Chancen und Risiken.

Ich kann mir mittlerweile kaum noch vorstellen, angestellt zu arbeiten. Letztlich ist man dadurch gezwungen, die Ziele anderer Leute zu verfolgen. Da verfolge ich lieber meine eigenen.

Die Entscheidung sich selbständig zu machen, fällt den meisten Menschen schwer. Die Angst vor dem Scheitern und vor finanziellen Schwierigkeiten ist einer der Hauptgründe, warum wir in Deutschland eher gründungsscheu sind. Wie verlief bei Dir der Entscheidungsprozess und wie gehst Du mit Existenzängsten um?

Die Entscheidung zur Selbständigkeit habe ich in 2009 getroffen, weil es zur damaligen Zeit die sehr verlockende Gelegenheit gab, als Freelancer (Honorararzt) gutes Geld zu verdienen. Das war zwar mit gewissen Risiken verbunden, aber ich habe vor allem die Chance gesehen und sie genutzt.

Meine Erfahrung ist: Im Leben gehen immer wieder irgendwo Türen auf, hinter denen sich attraktive Chancen verbergen. Wer nur das Risiko sieht und sich absolute Sicherheit wünscht, wird niemals durch eine dieser Türen gehen.

Ich möchte mir nicht rückblickend vorwerfen „Hätte ich mal…!“ oder „Warum bloß hab ich nicht…?“ Man lebt nur einmal und da gilt es, das Beste aus den Chancen zu machen, die einem das Leben bietet.

Gegen Existenzängste helfen finanzielle Rücklagen, so banal das klingt. Geld macht bekanntermaßen nicht unbedingt glücklich, aber es beruhigt.

Da ich zur Miete wohne, sitzt mir auch keine Bank mit irgendeinem Immobilienkredit im Nacken. Die bereitwillige Verschuldung für Wohneigentum ist aus meiner Sicht einer der größten Hemmschuhe für die Gründungswilligkeit in Deutschland.

Du bietest selbst ein Finanz-Coaching für Selbständige an. Welche 3 Tipps bezüglich Finanzen würdest Du angehenden Kleinstunternehmern mit auf den Weg geben?

1. Private und geschäftliche Finanzen konsequent trennen

2. Rücklagen bilden für schlechte Zeiten

3. In finanzielle Bildung investieren, das Thema Geld nicht verdrängen

Hast Du als Vorbereitung auf Deine Selbständigkeit bestimmte Seminare, Coachings, Beratungsangebote etc. in Anspruch genommen?

Nein, habe ich nicht.

Überlässt Du die steuerrechtlichen Angelegenheiten Deines Microbusinesses einem Steuerberater oder erledigst Du den kaufmännischen Teil weitestgehend selbst? Würdest Du die Betreuung durch ein Steuerbüro/einen Steuerberater für Microbusinesses empfehlen?

Mittlerweile lasse ich das meinen Steuerberater machen. Ich habe aber jederzeit einen groben Überblick über Einnahmen und Ausgaben.

Welche Erfahrungen und Fähigkeiten waren für den Aufbau Deines Microbusiness besonders hilfreich?

Das ist schwer zu sagen. Am ehesten meine Fähigkeit, komplexe Dinge einfach verständlich zu machen. Das ist ja der Kern meiner Tätigkeit.

Welche (Internet-)Tools findest Du bei Deiner täglichen Arbeit hilfreich?

Ich bin sehr dankbar, dass es WordPress gibt. Darauf baut meine Website auf. Desweiteren nutze ich Klick-Tipp fürs E-Mail-Marketing und Lexoffice für die Rechnungserstellung.

Sind Dir zu Beginn Deiner Selbständigkeit auch Fehler unterlaufen? Welche waren das und was hast Du daraus gelernt?

Ich habe bereits zwei Unternehmensgründungen hinter mir, die nicht so optimal gelaufen sind, aus denen ich aber sehr viel gelernt habe. Zum Beispiel habe ich gelernt, dass man sich zuerst gründlich mit seinem Geschäftsmodell beschäftigen sollte, bevor man eine Gesellschaft gründet und teure Visitenkarten bedrucken lässt. Und nicht umgekehrt… 😉

Wie hat sich Dein Leben verändert, seitdem Du Dich selbständig gemacht hast?

Sehr zum Positiven. Ich fühle mich frei und unabhängig, kann mir mein Arbeitspensum selbst einteilen, meine Arbeitsinhalte selbst bestimmten, mache Pausen, wenn es mir gefällt. Ich muss mich weder mit Hierarchien noch mit den Persönlichkeitsdefiziten anderer Leute rumplagen. Alles in allem also eine gute Sache!

Wie hat sich Dein Microbusiness im Laufe der Zeit weiterentwickelt?

Sehr gut. Die Besucherzahlen meiner Website wachsen stetig und auch die Umsätze entwickeln sich sehr vielversprechend.

Was gehört eher zu den negativen Seiten Deines Microbusinesses?

Da fällt mir kaum etwas ein. Die größte Herausforderung besteht darin, sich selbst gut zu organisieren und fokussiert bei der Sache zu bleiben. Aber das sind Probleme, die sich gut lösen lassen.

Haben sich Deine Erwartungen bezüglich der Einnahmen aus Deinem Microbusiness erfüllt?

Absolut. Vor wenigen Jahren konnte ich mir noch nicht ansatzweise vorstellen, wie man online Geld verdienen kann. Heute bestreite ich bereits einen nennenswerten Teil meines Einkommens damit.

Würdest Du Dich heute noch einmal so entscheiden – Dich selbständig zu machen? Würdest Du dabei den gleichen Weg gehen oder würdest Du etwas anders angehen?

Ich würde alles wieder genau so machen, denke ich. Ob ich noch mal Medizin studieren würde, weiß ich allerdings nicht. Diese Entscheidung musste ich aber im Alter von 19 Jahren treffen. 20 Jahre später ist man immer schlauer…

Was ist Dein Tipp für Menschen, die ebenfalls ein Microbusiness aufbauen wollen?

Finde ein echtes Problem und löse es. Sei gut in dem, was du tust. Nutze deine Chancen und halte (lange) durch. Dann kommt alles andere von allein.

Herzlichen Dank, Holger!

 

Hast Du noch weitere Fragen an Holger? Dann hinterlasse einen Kommentar.

2 Comments

  1. Hallo,
    vielen Dank für das nette Interview mit Holger. Ich habe wieder neue Seiten an ihm entdeckt. 🙂

    Beste Grüße
    Christian

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

*

© 2018 microbusiness hero

Theme by Anders NorenUp ↑