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Lerne aus den Erfahrungen erfolgreicher Microbusiness-Entrepreneure

Interview # 6 Die Reisebloggerin und Motivationsfee

Carina Herrmann - Rock Climbing - Quadrat - Okt 2013Carina Herrmann
  • Microbusiness: www.pinkcompass.de und www.um180grad.de
  • Leistungen: Schreiben von (Reise-)Berichten, Affiliate-Programme, Reiseberatung von Einzelpersonen, Beratung von Frauen in puncto Selbständigkeit
  • Startkapital: ca. 5.000 €
  • Gründungsjahr: 2013

Pink Compass ist der erste Blog, der mich so fasziniert hat, dass mir die enorme Bedeutung und große Reichweite von Online-Tagebüchern zum ersten Mal so richtig bewusst wurde. Seine Autorin Carina Herrmann setzt klare Schwerpunkte – ausführliche Berichte, viele praktische Tipps für alleinreisende Frauen und authentische Geschichten, die Mut machen und inspirieren. Pink Compass ist das Resultat von vielen Jahren Reiseerfahrung und gleichzeitig auch ein Instrument, mit welchem Carina einen Weg gefunden hat, ihre Talente einzusetzen und ihre persönlichen Ziele zu verwirklichen. Reisen, schreiben, inspirieren – das kann die Autorin von zwei eBooks (eins davon auch im Taschenbuchformat) richtig gut, und der Erfolg ihres Blogs spricht für sich. Ihr Microbusiness baut auf diesem Erfolg auf – Carina erzielt Einnahmen über Affiliate Links und hat seit kurzem auch eine Beratungsseite für Frauen, die sich selbständig machen (wollen). Aber vor allem hat sie auf ihr Herz gehört und auf ihre Talente als Ausgangspunkt für ihre Selbständigkeit vertraut. Ein wahrer Microbusiness Hero. Das inspirierende Interview mit Carina:

Carina, was ist Dein Microbusiness? Worin genau besteht Deine Tätigkeit?

Ich habe mich auf Blogs und Schreiben ausgerichtet, das bedeutet, ich verdiene nun mein Geld durch Affiliate Programme, Erstellung von Artikeln für andere Unternehmensblogs sowie die Einbindung von Kooperationspartnern auf meinem Reiseblog. Zusätzlich generiert mein eigenes Buch seit März passives Einkommen. Beratung von Einzelpersonen im Bloggen und Reisen ist ein weiterer Einkommensstrom.
Gerade habe ich zusätzlich die Eventreihe Solo auf Reisen mit einer Eventpartnerin veranstaltet, was ebenfalls Einkommen erzeugt hat. Nun kommt ein zweiter Blog dazu, der das ganze Konzept erweitern soll.

Wie ist die Idee für Dein Microbusiness entstanden?

Ich habe im März 2013 beim BlogCamp teilnehmen dürfen und dort zum ersten Mal realisiert, dass sich mit dem Bloggen tatsächlich ein Einkommen generieren lässt. Die Nische für meinen Blog kam dann durch die eigene Erfahrung im Alleinreisen als Frau. Lag also nahe. Auch die Idee für den zweiten Blog kam nun einfach aus der Erfahrung als Selbständige heraus, welches auch das Thema sein soll.
Alle anderen Projekte kamen sozusagen „unterwegs“ dazu.

Was hat dazu geführt, dass Du Dich gegen ein Festangestelltenverhältnis entschieden hast und eine Kleinstunternehmerin geworden bist?

Ich bin 2012 mit einem Burn Out in eine Weltreise ausgestiegen und habe dort erst einmal 6 Monate gebraucht um wirklich herauszufinden, wie es mir geht und was ich mit meiner Zukunft anstelle. Danach bin ich zwar noch einmal in ein Angestelltenverhältnis zurück, habe aber schnell eingesehen, dass diese Einengung nicht mehr zu mir passt. Ich wollte selbstbestimmter Leben und mir etwas eigenes aufbauen, statt für andere zu arbeiten.

Wie hast Du Dir die betriebswirtschaftlichen Grundlagen zur Gründung Deines Microbusinesses angeeignet? Hast Du Seminare, Beratungsangebote etc. in Anspruch genommen?

Anfangs habe ich mich langsam herangetastet und zum Glück gab es auch noch nicht viel, was ich können oder wissen musste. Wie ich Verhandlungen führe, Online Marketing und das Wissen für den Blog hatte ich teils aus dem Blog, durch extensive Lektüre und Learning by doing irgendwann angeeignet. Nun habe ich vor Kurzem dann noch einmal ein Gründerseminar und ein Businessplan-Coaching mitgemacht. Das kann ich jedem Selbständigen für den Anfang nur empfehlen, gerade wenn man aus einem ganz anderen Berufsfeld einsteigt.

Überlässt Du die steuerrechtlichen Angelegenheiten Deines Microbusinesses einem Steuerberater oder erledigst Du den kaufmännischen Teil weitestgehend selbst? Würdest Du die Betreuung durch ein Steuerbüro/einen Steuerberater für Microbusinesses empfehlen?

Im ersten Jahr habe ich alles selbst gemacht, aber nächstes Jahr werde ich mir dafür vielleicht einen Steuerberater suchen. Mit der Kleinunternehmerregelung ist es noch recht einfach, darüber hinaus wird es komplizierter und ich würde die selbständige Erledigung nur denjenigen empfehlen, die über Steuerwissen verfügen.

Bei der Wahl eines Steuerberaters würde ich mir vermutlich Empfehlungen einholen, von anderen, die ein ähnliches Geschäftsmodell haben wie ich.

Mit einer Unternehmensgründung sind oft viele Ängste verbunden. Zum Beispiel ist die Angst vor dem Scheitern und vor finanziellen Schwierigkeiten einer der Hauptgründe, warum wir in Deutschland eher gründungsscheu sind. Wie hast Du diese Barrieren in der Gründungsphase überwunden und welche Strategien hast Du entwickelt, um mit solchen Ängsten umzugehen?

Über den eigenen Schatten springen! Man wächst auch mit seinen Aufgaben, was bedeutet, dass man damit zu leben lernt. Die Ungewissheit wird ein Stück weit immer bleiben, also sollte man lernen, sie zu akzeptieren. Ein wirkliches Patentrezept gibt es dafür leider nicht. Das ist Kopfsache, die nur jeder selbst regulieren kann. Ich habe immer versucht mit Plan B bis D zurechtzulegen. So hatte ich das Gefühl, selbst wenn alles scheitert, es wird irgendwie weitergehen!

Magnetic Island - Australien - Sep 2012

Welche Erfahrungen und Fähigkeiten waren für den Aufbau Deines Microbusiness besonders hilfreich?

Ich hatte keine – das war mein Hauptproblem. Daher habe ich mir alles, was ich wissen musste, erlesen oder andere, wie zum Beispiel Conni und Sebastian vom BlogCamp mit Fragen gelöchert. Im Nachhinein würde ich daher behaupten, dass man sich alles was man braucht, mit viel Schweiß, aber ohne Probleme selbst anlernen kann.

Welche (Internet-)Tools findest Du bei Deiner täglichen Arbeit hilfreich?

Dazu gibt es wirklich viele, deshalb habe ich sie auf dem neuen Blog gerade aufgelistet: www.um180grad.de/deine-ressourcen/.

Sind Dir zu Beginn Deiner Selbständigkeit auch Fehler unterlaufen? Welche waren das und was hast Du daraus gelernt?

Witzig – genau dazu habe ich gestern einen Artikel geschrieben! Meine 5 Fehler, die ich rückblickend vermeiden würde, sind sich zu sehr auf Statistiken seiner Zahlen zu verbeißen, sich zu spät mit seinen Schwächen zu beschäftigen, die Zeit vom Start bis zum Erfolg zu unterschätzen, keinen genauen Plan gemacht zu haben und viel zu spät anzufangen, eine E-Mail Liste aufzubauen!
Gelernt habe ich daraus vor allem, es beim nächsten Projekt anders anzugehen!

Wie hat sich Dein Leben verändert, seitdem Du Dich selbständig gemacht hast?

Alles! Ich bin nun eine moderne Nomadin, bin selbstbewusster und vertraue vor allem viel mehr in mich selbst und meine Ideen. Das ist etwas, dass ich nie mehr missen möchte!

Als Selbständige erlebst Du in Deinem Business-Alltag sicherlich viele Höhen, aber auch Tiefen. Was gehört zu den negativen Seiten Deines Microbusinesses?

Die Sorgen darum auf jeden Fall. Sich nie hundertprozentig sicher sein zu können wie es weitergeht. Ach wenn das auf der anderen Seite auch schon wieder seinen Reiz hat. Es hält das Leben spannend und abwechslungsreich!

Neben Deiner Tätigkeit als Reisebloggerin bist Du gerade dabei, die Beratungsseite „Um 180 Grad“ aufzubauen. Erzähle uns mehr davon.

Es ist eine Resourcenseite für alle Selbständigen, Gründerinnen und digitale Nomadinnen. Ähnlich wie beim Reiseblog war ich einfach enttäuscht darüber, was das deutsche Netz uns in diese Richtung anbietet und von den amerikanischen Seiten, die so viel motivieren, inspirieren und lehren, begeistert. Das möchte ich gerne auch bieten und damit Frauen in der Selbständigkeit in Deutschland unterstützen.

Du hast zwei eBooks geschrieben, in welchen Du Deine Erfahrungen teilst. Wie ist es, ein eBook zu schreiben und wo kann man mehr darüber erfahren?

Da das noch ein Randthema in Deutschland ist und sich gerade erst entwickelt, ist es schwierig dazu gute, handfeste Quellen zu finden. Ich habe mich da auch von Artikel zu Artikel gehangelt und letztendlich einfach experimentiert. Daher habe ich aus dem ersten eBook sehr viel lernen könne, was ich dann für das zweite genutzt habe. Vor allem was das Buch-Marketing und den Launch angeht. Das Buch Your first „1000 Copies“ von Tim Grahl hilft aber schon mal sehr gut weiter.

Haben sich Deine Erwartungen bezüglich der Einnahmen aus Deinem Microbusiness erfüllt?

Einer meiner Fehler anfangs war, dass ich gar keine genauen Vorstellungen und Erwartungen hatte. Ich habe da nie Zahlen festgelegt, ich wollte einfach davon leben können. Dahingehend hat es sich also erfüllt, aber ich möchte gerne noch einen Punkt erreichen, an dem es um mehr als die Grundbedürfnisse geht.

Würdest Du Dich heute noch einmal so entscheiden – Dich selbständig zu machen?

Ganz ehrlich – ich weiß es nicht. Würde ich es wieder machen? Ja. Würde ich das alles noch einmal aufbauen, wenn man mir alles wegnehmen würde und mich bei Null wieder absetzt? Vermutlich nicht 😀 Dann würde ich mir neue, andere Projekte aufbauen.

Was würdest Du anderen empfehlen, die ebenfalls ein Microbusiness aufbauen und Kleinstunternehmer werden wollen?

Sich auf eine harte, aber persönlich lohnenswerte Zeit gefasst machen. Wer es nur wegen des Geldes macht, sollte sich andere Wege suchen.

 

Herzlichen Dank, Carina!

 

Hast Du noch Fragen an Carina? Dann besuche Ihre Seiten oder hinterlasse hier einen Kommentar

 

1 Comment

  1. Yeah Carina,
    du hast es geschafft! Der Weg bleibt sicher steinig und lang, aber dafür ist er schön und einmalig.

    Ich wünsche dir gaaaanz viel Erfolg!!!

    Liebe Grüsse,
    Simon

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