cloths-1118179_1280

Falls Du den neusten Star Wars-Film noch nicht gesehen hast und nicht erfahren möchtest, was passiert,  solltest Du diesen Artikel erst nach Deinem Kinobesuch lesen.

„Möge die Macht mit Dir sein“ – dieses Zitat kennen wir alle aus dem berühmten Epos Star Wars. Mich als Star Wars-Fan zu bezeichnen wäre übertrieben, aber ich bin überaus fasziniert von dem einzigartigen Geflecht von universellen Charakteren, mehrdimensionalen menschlichen Beziehungen und scheinbar unüberwindlichen Herausforderungen, die mithilfe der Macht doch überwunden werden können. Die ersten Star-Wars-Filme entstanden Ende der 70-er Jahre, doch die Geschichten, die sie erzählen, haben heute kein Stückchen an Aktualität verloren.

Neulich habe ich den neusten Streifen der Reihe gesehen und ertappte mich dabei zu denken, dass vermutlich sogar meine Enkelkinder irgendwann mit den Jedi mitfühlen und bei der Befreiung des Universums vom Bösen mitfiebern werden. Auch wenn in den Filmen verdeutlicht wird, dass sich die Handlung in ferner Zukunft, in einer anderen Galaxis abspielt, so entdecken wir bekannte Muster, die uns tagtäglich begegnen. Es scheint, als hätten die Zukunftsmenschen die gleichen Kämpfe um Frieden, Liebe, Anerkennung und die eigene Daseinsberechtigung auszutragen wie wir heute.

Das Gute und das Böse ringen miteinander und der Weg des Kampfes scheint ein langer zu sein (jedenfalls nicht im Rahmen einer Spielfilmlänge abzuhandeln).

Sowohl die Guten als auch die Bösen glauben an die Macht und haben gelernt, sie für sich einzusetzen*. Nur sind die Guten der Hellen Seite und die Bösen der Dunklen Seite der Macht zugewandt. Die Helle Seite beruht auf den Prinzipien der Hoffnung, des Friedens und des Wissens. Die dunklen Kräfte setzen auf Hass, Verdorbenheit und Angst.

Wenn es darum geht, die Macht anzuwenden, gehen die Protagonisten in sich hinein. Sie konzentrieren sich auf das, was sie zur Erledigung ihrer Aufgabe brauchen, was sie erreichen möchten und was ihre Bestimmung ist.

Die Macht im Star Wars-Universum ist etwas, was den Figuren eine besondere Kraft verleiht.

Sind die Star-Wars-Filme dann nur so erfolgreich, weil sie ein besonderes Setting, ausgeklügelte Effekte und mittlerweile einen Kultstatusjoker haben?

Oder liegt der Grund ihres Erfolges darin, dass ihre Macher es schaffen, uns die universellen Grundlagen unseres Lebens auf eine unterhaltsame Art und Weise zu vermitteln? Wenn es so ist, was können wir daraus lernen?

Rey entdeckt ihre Berufung

Was mich auf die Idee für diesen Artikel brachte, ist die Geschichte einer der Hauptfiguren im aktuellen Film – Rey:

Rey entdeckt ihre „Macht“-Kräfte, erst nachdem sie erfährt, dass sie besonders ist und über diese Kräfte verfügt. Bevor sie zur Schlüsselfigur der Handlung wird, führt sie ein unscheinbares und trostloses Leben in Einsamkeit.

Nach einer schicksalhaften Begegnung mit einem Droiden verändert sich ihr Leben schlagartig. Sie hilft einem neuen Bekannten den Bösen zu entkommen, indem sie ihre Fähigkeiten (das Fliegen eines Raumschiffes) einsetzt.

Die ganze Aktion ist von Erfolg gekrönt (denn Rey ist eine talentierte Pilotin) und stellt den ersten Meilenstein auf ihrem abenteuerlichen Weg durch die Filmhandlung dar.

Im weiteren Verlauf muss sie erneut ihre Kräfte einsetzen, um sich aus der Gefangenschaft zu befreien.

Da sie bereits einen Hinweis bekommen hat, dass sie eine besondere Aufgabe hat, traut sie sich zu, die Macht anzuwenden. Es gelingt ihr letztlich, ihren Bewacher zu überlisten. Sie bleibt beharrlich und vertraut der Macht.

Es scheint, als würde Rey auf einmal alles gelingen. Sie ist bereit, ihre Berufung zu leben.

Doch auch schon Luke Skywalker – Reys Pendant in der ursprünglichen Trilogie – lernt nach und nach der Macht zu vertreuen und sie anzuwenden.

Aber was ist die Macht?

Das Wesen der Macht

Obi Wan Kenobi  beschreibt die Macht in Episode IV so*:

Die Macht ist es, die dem Jedi seine Stärke gibt. Es ist ein Energiefeld, das alle lebenden Dinge erzeugen. Es umgibt uns, es durchdringt uns. Es hält die Galaxis zusammen.“

Laut Jedipedia (unglaublich was es alles gibt) ist die Macht etwas sehr Komplexes und Vielschichtiges*. Sie ist eine „metaphysische , bindende und allgegenwärtige Kraft“, deren Anwendung durch jahrelange Schulung gelernt werden kann.

In der Star Wars-Welt besitzen alle Lebewesen Midi-Chlorianer, die ihnen ermöglichen mit der Macht zu kommunizieren. Die Midi-Chlorianer teilen den Menschen, den Willen der Macht mit**.

Wenn du gelernt hast deine Gedanken zum Schweigen zu bringen, wirst du auch hören was sie sagen.

Obi Wan Kenobi verliert seinen letzten Kampf gegen Darth Vader und löst sich in Luft auf. Doch auch nach seinem Tod redet er weiter mit Luke, insbesondere in schwierigen Momenten, wenn Luke mentale Unterstützung braucht. Er spricht ihm Mut zu und weist ihn auf seinen wahren Weg hin.

Die Macher des Films entscheiden sich dem Botschafter der Macht ein Gesicht zu geben: Er ist ein bärtiger alter Mann im weißen Gewand (echt jetzt?).

Obi Wan wird zu einem Midi-Chlorianer in Lebensgröße.

Die Macht ist mit Dir…wenn Du es zulässt

Angenommen, wir würden im Star Wars-Universum leben. Dann verfügten wir auch über Midi-Chlorianer, mit denen wir einen inneren Dialog führen würden.

Würde uns immer gefallen, was sie uns sagen? Wahrscheinlich nicht. Würden wir versuchen, ihre Botschaften zu ignorieren? Höchtswahrscheinlich ja. Aber warum?

Weil wir es schon gewohnt sind, unsere innere Stimme zu ignorieren. Noch so eine Nervensäge können wir echt nicht gebrauchen. Dann müssten wir ja etwas an unserem Leben ändern.

Als ich mich zunehmend unglücklich in meinem Job fühlte, sagte mir meine innere Stimme, dass ich an irgendeiner Stelle die falsche Abbiegung genommen hatte und von meinem Weg abgekommen war. Es war mein ganzer Körper, der sich sträubte und sich nicht damit zufrieden geben wollte, dass mein Herz nicht völlig bei der Sache war. Mein Verstand war der einzige, der sich stoisch durchkämpfte und mit seinem ungebrochenen Enthusiasmus die ganze Bande bei der Stange  hielt, indem er unermüdlich prädigte: „Das wird schon wieder“, „Eigentlich ist alles gar nicht so schlimm“, „Immerhin hast du nette Kollegen“, „Nächstes Jahr wird alles besser.“

Doch mein Herz flüsterte mir zu: „Was machst Du hier eigentlich“, „Worüber reden die denn gerade? Ist das wirklich so wichtig? Woanders auf der Welt werden in diesem Moment Kriege geführt. Das sind die wahren Probleme der Welt“, „Schon wieder Montag?, „Ich fühle mich wie im falschen Film. Immer wieder das Gleiche“, „Ist es schon der Montag danach?“,  „Warum bin ich so unglücklich?“, „Was stimmt nicht mit mir?“.

Ich bin meinem Körper dankbar, dass er sich von dem Hin und Her zwischen Herz und Verstand nicht zu sehr beeindrucken und mich nicht vollkommen im Stich ließ. Doch er schlug sich ab und an spürbar auf die Seite des Herzens und bescherte mir unregelmäßig Schüttelfrost, Ohrensausen, und ein beklemmendes Gefühl. Einen unkonrollierten Wut- und Heulausbruch hatte ich glücklicherweise nur einmal.

Was kannst Du daraus lernen?

Die innere Stimme ist nicht nur da, um Dir den Mittelfinger zu zeigen, wenn Du Dich vollkommen irrational und selbstzerstörerisch verhältst, wenn Du sie ignorierst.

Sie ist Dein stärkster Verbündeter, wenn Du den Mut fasst, auf sie zu hören und Deinen Weg zu gehen. Wenn Du vertraust und offen bist für das, was sie schon weißt, aber Du noch herausfinden musst.

Sie wird Dir nicht immer die Antworten geben, doch sie wird Dich leiten und Dir Zeichen schicken.

Du nennst sie dann Zufälle, aber das ist ok. Dir wird etwas zufallen, genauso wird es sein. Du stolperst über einen Droiden und fragst Dich, warum er ausgerechnet hier und jetzt in Dein Leben eintritt.

Wenn Du ehrlich zu Dir bist, wirst Du feststellen, dass Du dieses Gefühl bereits kennst. Es hat bereits Situationen in Deinem Leben gegeben, als Du Deiner inneren Stimme vertraut hast, als sie sagte: „Das ist jetzt genau richtig“, „Das klappt“, „Bleib zuversichtlich, das ist der richtige Weg“. Und dann war Dein Vorhaben tatsächlich von Erfolg gekrönt.

Manchmal sind es auch andere Menschen, die die Rolle des Obi Wan Kenobi übernehmen und uns die Botschaften der Macht überbringen. Sie sagen dann so was wie „Du kannst echt gut schreiben. Du solltest Schriftsteller(in) werden“, „Wenn ich einen Rat brauche, wie ich meine Wohnung einrichte, denke ich als Erstes an Dich“, „Du hast einen besonderen Sinn für Humor. Du könntest als Comedian auftreten“, „Ich habe mir dieses neue Teil gekauft. Womit kann ich es am besten kombinieren? Hast Du einen Tipp für mich? Du hast so einen coolen Style“.

All das könnten Hinweise sein, doch die wahre Erkenntnis kommt von innen.

Bist Du wie Rey und Luke?

Beantworte diese Fragen:

  • Setzt Du Deine Fähigkeiten so ein, dass Du anderen damit helfen kannst?
  • Kannst Du Deine Talente entfalten und hast Du die Möglichkeit zu wachsen?
  • Bist Du Dir sicher, dass Du Deinen Weg gehst?
  • Haben Deine Midi-Chlorianer die beste Zeit ihres Lebens?

Wenn vor Deinem inneren Auge ein „Nein“ hervorschwimmt, tu Folgendes:

Bring Deine Gedanken zum Schweigen und höre zu, was Dir Dein innerer Obi Wan Kenobi zuflüstert. Vertraue ihm und gehe Deinen Weg. Du wirst erstaunt sein, welche Möglichkeiten sich dann zufällig ergeben.

 

Hast Du Deinen Aha-Moment schon gehabt? Ich freue mich über Deinen Kommentar.

*Quelle: http://jedipedia.wikia.com/wiki/Macht

**Quelle: http://jedipedia.wikia.com/wiki/Midi-Chlorianer

Foto: ©pedroserapio / Pixabay.com